Der Name iPad ist in China ja bereits von einem anderen Unternehmen vor Jahren geschützt worden. Apple wurde daraufhin verklagt, da keine Rechte für den chinesischen Markt vorliegen. Ursprünglich wollte das Unternehmen Schadenersatz in Höhe von 1,2 Millionen Euro, Apple war jedoch der Meinung, dies sei unangemessen und Apple ging in Berufung. Ein Gericht hat nun entschieden, dass Apple nicht 1,2 Millionen Euro zahlen muss, sondern 29 Millionen Euro, eine Ohrfeige für Apple und deren Dreistigkeit. Man ist natürlich in Berufung gegangen.
Apple musste nun in China die iPads aus den Verkaufsregalen entfernen, die chinesische Firma Proview besitzt in China die Rechte am Namen iPad. Apple Stores sind jedoch witzigerweise nicht von dem Verkaufsverbot betroffen. Die Behörden haben nur Geräte in Elektromärkten beschlagnahmt und somit das Recht von Proview durchgesetzt. Apple äußert sich bisher nicht zu den Vorgängen.
Die Behördern arbeiten weiter am Einzug der Geräte aus den Elektromärkten, in 20 Städten waren die Beamten tätig und haben die Geräte beschlagnahmt. In vielen Städten nehmen Händler das iPad nun schon freiwillig aus dem Sortiment. Lediglich die Apple Stores halten weiter an den Geräten fest, es bleibt abzuwarten, wann die Behörden auch dort Beschlagnahmungen durchführen.
Die Firma Proview hat nun ihr iPad gezeigt, wie dies ursprünglich geplant war. Optisch erinnert es sehr stark an einen iMac. Dies verärgert Apple umso mehr, da deren Gerät nicht einmal einen richtigen Bezug zur Tablet PC Sparte aufweisen kann. Proview möchte aktuell 1,18 Milliarden Euro an Lizenzgebühren haben und gegen Apple wurde bereits eine Strafe von 30 Millionen Euro verhängt.
Für die Gerichte in China ist der Fall erledigt, die Händler wurden aufgefordert das iPad aus dem Handel zu nehmen, und Apple darf eine Strafe von zwei Milliarden Dollar zahlen, anstatt fünf Milliarden um den Namen weiter zu nutzen. Apple kündigte weitere Schritte gegen das Urteil an, man habe sich angeblich 2009 mit Namensinhaber Proview über die Namensrechte in China geeinigt. Proview ist derzeit finanziell angeschlagen und könnte das Geld sehr gut gebrauchen.
Proview hat nun auf Grund der Tatsache, dass Apple an keiner Einigung interessiert ist, dass Gericht in den USA mit eingeschaltet. Man wirft Apple Betrug vor, da der Ankauf der Namensrechte außerhalb von China über eine Scheinfirma gelaufen ist, damit kein Bezug zu Apple gegeben ist. Die Markenrechte sind 2009 für lediglich 42.000 Euro gekauft worden. Ein Ende der Auseinandersetzung ist nicht in Sicht.
Nun setzt Proview noch einen drauf, man möchte nun die weltweiten Rechte am Namen iPad haben. Apple wurde daraufhin wegen Betruges verklagt und unlauterem Wettbewerb, damit soll der Verkauf des Namen iPads aus dem Jahr 2009 zurückerlangt werden und Apple damit kräftig zur Kasse gebeten werden. Bisher zeigt Apple sich auch nicht gesprächsbereit um eine außergerichtliche Einigung zu finden.
Langsam wird die Luft im iPad Namensstreit in China dünn. Nun schalten sich schon staatliche chinesische Banken mit ein, die das klagende Unternehmen Proview unterstützen. Ein Drohbrief aus China kündigte an gegen Händler und Anbieter des neuen iPad3 juristisch vorzugehen, ohne eine Vorankündigung. Natürlich war dies nur auf Händler in China bezogen, wo die Namensrechte noch bei Proview liegen. Damit aber nicht genug, auch Transport oder Lagerungsunternehmen sollen verklagt werden wenn sie das iPad3 in irgendeiner Form unterstützen.
Nun gab Apple mal wieder ein Statement zur aktuellen Lage rund um die Namensrechte in China. So soll Proview das Gericht getäuscht haben und damit alle in die Irre führen. So soll Proview bei dem damaligen Verkauf der Markenrechte an Apples Tochterunternhemen den Verkauf extra über Taiwan vorgenommen haben, um die Gläubiger nicht auszahlen zu müssen. Daher sieht Apple die Täuschung gegeben, dass man nun für die Schulden von Proview aufkommen soll und dies der einzige Grund der Klage sei. Der Anwalt von Proview hielt diese Aussage für absolut unbegründet.
Auch in China wird trotz des laufenden Rechtsstreites zwischen Apple und Proview im kommenden Monat das iPad3 verkauft. Das Zertifikat des chinesischen Zentrums für zertifizierte Qualität ist bereits ausgestellt worden. Dies ist Voraussetzung für alle erscheinenden technischen Produkte in China. Wann genau Apple jedoch mit dem Verkauf startet ist nicht bekannt, ebenso ob Proview eine Markteinfühung verhindern will.