In Essen fand am 20. und 21. September der Kongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) statt. Schwerpunkt der Diskussionen zwischen den Verlegern und Medienexperten war die Herausforderung durch das neue Medium Internet. Besonders die Frage nach dem Urheberrecht und wie dieses im Internet geschützt werden kann oder muss, erregte die Gemüter. Schwierig dabei ist für die Verleger großer Zeitschriften, dass auch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten immer häufiger den selben Informationsservice anbietet, wie die Tageszeitungen. Der Unterschied ist, die TV- und Radiosender bieten ihre Informationen kostenlos an, während der Zeitungsleser auch im Internet für ein Abonnement bezahlen muss. Derzeit plant die ARD für iPad und iPhone eine App, was die Verlage, die gerade erst beginnen im neuen Tablet-PC-Markt Fuß zu fassen, um Einnahmen in Milliardenhöhe bringen könnte. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG reagiert empört: “Kostenlose Apps der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind ein frontaler Angriff auf unser Geschäftsmodell der Zukunft”. Und Frank Schirrmacher, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ legt nach: “Wir reden von einer Milliardenkonkurrenz durch ARD und ZDF. Es gibt im Internet keine Grenzen mehr in Zukunft – eine Tagesschau-App wäre dann faktisch wie eine Zeitung”. Der anwesende parlamentarische Staatssekretär vom Justizministerium kündigte das Vorhaben der Regierung an, die Leistungsschutzrechte für Verleger zu überarbeiten und verwies darauf, dass eine Zeitung ja nicht nur die neuesten Nachrichten, sondern auch Wissensseiten, Rätsel und ähnliches beinhaltet, was viele Leser als Mehrwert betrachten und bevorzugen. Aber das klingt eher wie ein Beschwichtigungsversuch. Denn Nachrichten gegen Bezahlung zu verkaufen, wird im Zeitalter des Internet immer schwerer. Der Wunsch aus dem Tablet-PC eine Art elektronische Zeitung zu machen kann nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich hierbei um einen mit der ganzen Welt verknüpften Computer handelt, der auf Inhalte von über eine Milliarde Internetnutzer zugreifen kann. Es ist durchaus möglich, dass die Zeit der Zeitungsverlage einfach vorbei ist.