Das neue iPad (Quelle: Apple)

Wie erwartet hat Apple heute Abend das neue iPad im Rahmen ihres Events der Öffentlichkeit präsentiert. Apples Tablet der dritten Generation wird dabei nicht iPad3 heißen, sondern trägt einfach die Bezeichnung (das neue) iPad. Viele Gerüchte gab es schon vor dieser Vorstellung und einige Vermutungen wurden im Rahmen des Events bestätigt, andere Mutmaßungen stellten sich als unwahr heraus. Dadurch fehlte der Präsentation leider auch etwas der Überraschungseffekt und die Anzahl der neuen Features ist leider auch etwas überschaubar. Highlight des neuen iPads ist sicherlich das hochauflösende Retina Display mit 2048×1536 Pixeln. Das Design wurde beim neuen iPad fast gar nicht geändert.

Der neue 9,7 Zoll große Bildschirm schafft 264 Bildpunkte pro Inch (PPI) und die Farbsättigung soll laut Apple um 44 Prozent höher sein als beim iPad2. Angetrieben wird das iPad von einem A5X Dual-Core-Prozessor, der von einem Quad-Core-Grafik-Chip unterstützt wird. Auch hier sparte Apple nicht an Superlativen und gab an, dass ihr neuer Prozessor doppelt so schnell sei wie der aktuelle Tegra 3 von Nvidia. Unabhängige Vergleichstests werden zeigen, ob sich diese Behauptung von Apple bestätigt. Angaben zum Arbeitsspeicher machte Apple keine und präsentierte mit iSight Kamera ein weiteres neues Feature. Die 5 Megapixel Kamera kommt mit einem besseren Sensor sowie einer besseren Linse und unterstützt HD Video-Aufnahmen mit einer Auflösung von 1.080p. Die Frontkamera bietet leider weiterhin nur eine VGA Auflösung mit 640×480 Pixel.

Als drittes Highlight wurde die Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE mit 73Mbps präsentiert. Ohne 4G Unterstützung nutzt das iPad die bekannten Mobilfunkstandards HSPA+ mit 21Mbps und dual-carrier-HSDPA mit 42Mbps. Die sehr gute Konnektivität runden Bluetooth 4.0 und die Wifi Standards 802.11a/b/g/n ab. Zusätzlich kann man das iPad als WLAN-Hotspot nutzen. Auch beim neuen iPad wird es eine Wifi Variante geben und eine Version mit Wifi + 3G/LTE. Das Tablet wird in 16, 32, und 64 GB Varianten auf den Markt kommen. Als Akku-Laufzeit gibt Apple 10 Stunden an. Durch Surfen über ein mobiles Datennetz verringert sich diese Laufzeit um gut eine Stunde. Genaue Angaben zur Kapazität des Akkus fehlen aber. Als Betriebssystem nutzt das iPad die neue iOS Version 5.1, das eine Spracherkennung bei der Texteingabe unterstützt. Die Sprachsteuerungssoftware Siri fehlt aber auf dem iPad und bleibt damit exklusives Feature des iPhone 4S. Softwaretechnisch kommt iLife neu auf Apples Tablet und damit auch iPhoto. Alle hauseigenen Apple Apps wurden bereits fürs neue Retina-Display aktualisiert. Solange die Apps der Dritthersteller die Auflösung des Retina-Displays nicht unterstützen, werden diese hochskaliert.

Das neue iPad ist mit 9,4 mm etwas dicker als sein Vorgänger (8,8 mm) und wiegt 652 Gramm als Wifi Variante sowie 662 Gramm in der Version mit LTE / HSPA. Wie bei den alten Generationen soll die Verarbeitung sehr hochwertig sein und das Tablet gut in der Hand liegen. Die Maße für die Höhe (241,2 mm) und die Breite (185,7 mm) bleiben identisch zum iPad2. Zusätzlich wurde im Rahmen des Events eine Version von Apples TV Box vorgestellt.

Die Preise sind zum iPad2 gleich geblieben und gliedern sich wie folgt:

Wi-Fi

  • 479 € 16 GB
  • 579 € 32 GB
  • 679 € 64 GB

Wi-Fi + 4G

  • 599 € 16 GB
  • 699 € 32 GB
  • 799 € 64 GB

Dafür wurde der Preis des iPad2 gesenkt. Ab dem 16. März wird das neue iPad auch in Deutschland erhältlich sein und kann ab heute im online Apple Store vorbestellt werden.

Das neue iPad ist keine Revolution sondern eine Evolution. Highlights sind sicherlich das Retina Display und der neue Prozessor mit dem Grafikchip. Trotzdem hätte ich mir doch einige weitere neue Funktionen oder Verbesserungen gewünscht. Das iPad2 hatte in vielen Bestenlisten die Spitzenposition oder einen vorderen Platz inne. Das neue iPad wird sicherlich diese Bestenlisten stürmen, aber aufgrund des eher geringen Entwicklungssprungs haben die anderen Hersteller nun die Chance zum iPad aufzuschließen oder es sogar zu überholen. Mal schauen, ob die Hersteller diese Chance nutzen. Sollte Apples Behauptung stimmen, dass der neue A5X Dual-Core-Prozessor doppelt so schnell ist wie der Tegra 3, wird es aber schwer.

via: Apple iPad